Notfallknopf für Senioren

Ein Notfallknopf bzw. Notrufknopf gibt die Möglichkeit, sich in Notlagen schnell bemerkbar zu machen und auf einfache Weise Hilfe anzufordern. Wir informieren zu den wichtigsten Fragestellungen.

Was ist ein Notfallknopf bzw. Notrufknopf?

Es handelt sich um ein kleines Gerät mit einer großen Taste, das in der Lage ist einen Alarm auszulösen sobald die Taste betätigt wird. Dies kann ein visuelles Signal sein, wie z.B. eine Lampe die zu blinken beginnt, ein auditives Signal, beispielsweise eine Sirene oder aber auch einen Telefonanruf starten. Letzteres ist der häufigste Fall. Viele Geräte funktionieren so, dass man einen Sender am Handgelenkt trägt, der mit einer Basisstation verbunden ist. Betätigt man den Handsender, wird ein Signal an die Station gesendet und diese baut wiederum ein Telefonat mit dem hinterlegten Notfallkontakt auf - in der Regel ist dies eine Notrufhotline. Das Telefon ist die Basisstation in die ein empfindliches Mikrofon sowie ein Lautsprecher eingebaut sind. Die Station ist an einen stationären Telefonanschluss angeschlossen wobei es auch Geräte mit eingebauter SIM-Karte gibt, die ohne Telefonanschluss auskommen. 

Ein anderes Konzept ist der mobile Notfallknopf bei dem die komplette Technik in einem kleinen Gerät verbaut ist. Hierbei handelt es sich um kompaktes Mobiltelefon, das weder Display noch Tastatur besitzt und deshalb besonders klein und leicht ist. Der Auslöseknopf ist nicht in einem Armband integriert sondern direkt im Gerät. Der entscheidende Unterschied ist, dass diese Geräte auch außerhalb der eigenen vier Wände und ohne eine Basisstation funktionieren. Das bedeutet, dass man es auch im Garten oder beim Spazierengehen mitnehmen und bei Bedarf Hilfe rufen kann. Die Einrichtung und Bedienung sind für den Benutzer denkbar einfach - es hat nur einen Knopf und muss regelmäßig geladen werden. Das Gerät trägt man immer bei sich - beispielsweise um den Hals oder in der Hosentasche. 

Beispiel: amicoo CARE 2 Notfallknopf

Beispiel: amicoo CARE 2 Ladeschale zum Notfallknopf

Für wen ist ein Notfallknopf geeignet?

Das Gerät richtet sich in erster Linie an Personen die ihre Selbständigkeit und Unabhängigkeit lange erhalten möchten jedoch leicht in die Lage kommen könnten in der es ihnen nicht mehr möglich ist selbständig eine Telefonnummer zu wählen um Hilfe zur rufen. Dies kann aufgrund von geistigen oder motorischen Einschränkungen sein oder in einem Notfall z.B. nach einem Sturz, bei Schwindel oder Orientierungslosigkeit. Häufig wird ein Notfallknopf von Senioren und pflegebedürftigen Personen genutzt die aufgrund von körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen ein Gerät benötigen mit dem sie schnell und besonders Einfach einen Notruf auslösen können.

Doch das Anwendungsfeld ist sehr breit und genauso vielschichtig sind auch die Personengruppen: So gibt es Sportler, die beim Joggen oder Radfahren einen Notfallknopf dabei haben um bei gesundheitlichen Problemen oder einem Sturz schnell Hilfe rufen können. Auch im Reitsport bzw. beim Reiten kommt solch ein Gerät häufig zum Einsatz. Daneben wird es auch im beruflichen Umfeld eingesetzt, z.B. bei gefährlichen Arbeiten oder Tätigkeiten in entlegenen Gebieten. Personen, die sich alleine unwohl bzw. unsicher fühlen und Angst vor Übergriffen haben, nutzen auch gerne einen Notfallknopf um bei Bedarf schnell und gegebenenfalls unbemerkt einen Notruf auszulösen. 

Unterschiede Notfallknopf zum klassischen Hausnotruf

Alles in einem

Die komplette Technik befindet sich in der Regel in einem Gerät. Dadurch ist es autark und funktioniert sowohl in den Wohnräumen als auch außer Haus. Die Reichweite spielt dabei keine Rolle - es funktioniert überall dort, wo ein Mobilfunknetz verfügbar ist. Der Auslöseknopf eines klassischen Hausnotrufgeräts hat häufig nur eine Reichweite max. 200 Metern (auf freiem Feld). Über diese Distanz lässt es sich jedoch nicht mehr kommunizieren (Notruftelefonate führen). Das Gewicht liegt häufig nicht weit über 50g so dass es im Alltag kaum stört.

Gute Sprachverbindung

Da man Lautsprecher und Mikrofon mit dem Gerät immer bei sich trägt ist die Verständlichkeit - ähnlich einem Mobiltelefon sehr gut. Beim klassischen Hausnotruf hat man i.d.R. nur den Auslöser am Arm - das Gerät selbst steht in einem Raum. Je nachdem wie weit entfernt man sich im Notfall von diesem Gerät befindet, ist die Verständlichkeit eingeschränkt obwohl spezielle Mikrofone und Lautsprecher auch über mehrere Meter Distanz gut funktionieren. Die Kommunikation über den Notfallknopf ist i.d.R. nur gut möglich, wenn der Betroffene das Gerät direkt bei sich trägt.

Kein separater Telefonanschluss

Die Geräte funktionieren wie ein Mobiltelefon ohne Display und Tastatur. Für die Funktion sind eine aktive SIM-Karte sowie ein Mobilfunkvertrag erforderlich. Es gibt Anbieter solcher Notfallknöpfe, die eine SIM-Karte bereits werkseitig einbauen und Pauschalen für ihre Kunden anbieten. Dadurch entfällt jeder Installations- und Einrichtungsaufwand. Auch ein klassischer Telefonanschluss ist nicht erforderlich. Man muss also nicht darauf achten in welchem Raum eine Telefondose verfügbar ist oder wie man das normale Telefon und den Hausnotruf parallel anschließen kann.

Ortungsfunktion 

Unfälle oder Notfälle passieren häufig außer Haus. Nicht immer ist man als Betroffener in der Lage sich zu verständigen oder zu erklären, wo man sich befindet. Deshalb bietet der Notfallknopf für Senioren im Gegensatz zum klassischen Hausnotruf eine integrierte Ortungsfunktion. Wird zum Gerät eine Smartphone App angeboten, kann man darüber den Standort einfach nachsehen und erhält den Notruf meist auch als Nachricht mit direktem Link zu Google Maps. Wird keine App angeboten, können die Nachrichten meist auch als SMS empfangen werden.

Auch für unterwegs

Wer das Haus nicht mehr verlassen kann ist normalerweise mit einem klassischen Hausnotruf gut bedient, da die Vorzüge der Mobilität des Notfallknopfes entfallen und die Kosten etwas höher sind. Doch für Personen, die noch alleine in den Garten gehen können, spazieren, zum Einkaufen oder zum Arzt, für die ist ein Notfallknopf ideal. 

Immer und überall dabei

Aufgrund der geringen Größe - meist nicht viel größer als ein Autoschlüssel und des geringen Gewichts (50 - 80g) kann man den Notfallknopf immer und überall bei sich haben. Man trägt ihn zum Beispiel unauffällig unter dem Pullover / Hemd / Bluse um den Hals und hat ihn bei Bedarf immer griffbereit. Da die Geräte Spritzwasser geschützt sind, kann man diese auch in der Dusche tragen. Wer verreist, nimmt das Gerät einfach mit. Es funktioniert ohne zutun auch am Urlaubsort - häufig sogar europa- oder weltweit. 

Vorteile gegenüber einem Handy für Senioren?

Im Notfall geht es um Sekunden

Das Handy entsperren, anschließend eine Rufnummer wählen oder aus dem Telefonbuch auswählen kostet Zeit. Wenn man den ersten Kontakt nicht erreicht, muss noch eine weitere Rufnummer gewählt werden. So vergehen wertvolle Sekunden die im Notfall eine Situation entscheiden können. 

Einfache Bedienung

Je nach Grad der Beeinträchtigung durch einen Unfall oder ein anderes Ereignis ist der Betroffene gar nicht mehr in der Lage ein Handy zu entsperren und eine Rufnummer zu wählen bzw. einen Eintrag aus dem Telefonbuch zu wählen. Ein Notfallknopf funktioniert - wie der Name schon sagt -  mit nur einem Knopfdruck. Das wählen der hinterlegten Notfallkontakte übernimmt das Gerät automatisch. Meist lässt sich einstellen, dass nicht nur eine Rufnummer gewählt wird sondern eine Telefonkette an mehrere gespeicherte Kontakte gestartet wird

1-Knopf-Bedienung statt Display

Das Ablesen eines Displays ist für beeinträchtigte Senioren nicht immer einfach. Wenn jetzt noch eine außergewöhnliche Situation hinzukommt und vielleicht noch die Sonneneinstrahlung im Freien ungünstig ist, macht dies die Auswahl einer Rufnummer aus dem Telefonbuch oder das Ablesen der getippten Rufnummer unter Umständen unmöglich. Das Drücken eines Knopfes für einen Notruf ist hingegen fast immer möglich. Einige Geräte unterstützen zusätzlich mit Sprachansagen.

Wissen wo etwas passiert ist

Meist besitzen Notfall- und Notrufknöpfe für Senioren eine integrierte GPS-Ortung. Wenn etwas unterwegs passiert, muss nicht lange der Aufenthaltsort erklärt werden. Nicht immer ist man im Notfall in der Lage seinen Standort zu kommunizieren. Dank Ortung muss der Betroffene nicht gesucht werden was wertvolle Zeit kostet. 

24/7 Notrufzentrale

Einige Anbieter bieten die Möglichkeit alle Anrufe an eine rund um die Uhr besetzte Notrufzentrale aufzuschalten. Wird der Knopf gedrückt, geht der Anruf direkt bei der Notrufzentrale ein. Ein speziell geschulter Mitarbeiter hat sofort alle relevanten Informationen zur Person auf dem Bildschirm und handelt gemäß  dem definierten Notfallplan und - sofern möglich - in Abstimmung mit dem Betroffenen.